Kurt-Kurt Archiv 2010 - 2015


Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit
präsentiert:
Die Ausstellungsreihe Transitional Moabit

Transitional Moabit
Transitional Moabit beschreibt das momentane Grundgefühl in Moabit, ein Gefühl des Übergangs. Moabit ist in den letzten zwei Jahren von der Gentrifizierung mitgerissen worden. Vieles in Moabit ist in Veränderung und der momentane Zustand gleicht einem Übergangsstadium. Das alte, bekannte Gesicht Moabits ist noch nicht ganz verschwunden. Die „neuen“ Lebensformen sind aber mittlerweile auch spürbar und sichtbar.
Mitten in diesem Prozess, in diesem „state of transition“, untersuchen, analysieren und transformieren die vier Künstler Pfelder (Deutschland), Mark le Ruez (Großbritannien), Albert Coers (Deutschland) und Gary Hurst (Südafrika) ihre Wahrnehmungen in künstlerische Werke und präsentieren sie in der Ausstellungsreihe Transitional Moabit.
Nicht die vordergründige „Bebilderung“ des Veränderungsprozesses, sondern die hintergründigen, sehr persönlichen künstlerischen Ausdrucksformen geben Einblicke und Ausblicke in Zustände zwischen Hier und Dort. Sie werden zu Seismographen und zeichnen die Linien des Umbruchs und der Veränderung auf.

Zu den Ausstellungen im Kurt-Kurt findet zu jedem Projekt ein Artist Talk statt. Der jeweilige Künstler diskutiert mit ausgewählten Kuratoren oder Kunstkritikern und dem Publikum über seine Arbeit.

Transitional_Moabit
    nach oben

     

Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit
präsentiert:
Transitional Moabit 4
Gary Hurst                                     Mapping Moabit


Austellung:04.09. - 21.09.2014
Artist Talk & Finissage Sonntag, 21.09.2014

Mapping Moabit
Moabit wird neu vermessen und verschwindet in der Abstraktion. Ungeahnte Verbindungen und Verflechtungen werden aufgezeigt und verbergen doch ihren Ursprung.
Das Vorgehen, aus einem bestehenden System, einer vorhandenen Struktur ein neues Bild zu kreieren, wird für Gary Hursts Arbeiten zu Moabit zum Prinzip. Grundlage bilden z.B. Straßen und Brücken, Wasserläufe, Versalien im Stadtplan, Döner-Läden, Spielcasinos oder Bäume, die als kartographisches Material dienen und Ausgangspunkte für die Cluster seiner Zeichnungen zu Moabit sind. Durch die Abstraktion jeglicher Referenzen aus diesen Materialien ergeben sich Muster, die Gary Hurst nach einem auferlegten Prinzip aber frei assoziierend als Punkte oder mittels Linien in seinen Zeichnungen in Beziehung setzt.
Gary Hursts Zeichnungen entwerfen ein nie gesehenes Bild dieser merkwürdigen Insel mitten in Berlin: Mapping Moabit.

einladung_kurt-kurt0.jpg
einladung_kurt-kurt0.jpg einladung_kurt-kurt0.jpg einladung_kurt-kurt0.jpg
    nach oben

     

Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit
präsentiert:
Transitional Moabit 3
Albert Coers                                     696 (Bevor des Tages Licht vergeht)


Austellung:12.06. - 05.07.2014
Artist Talk & Finissage Samstag, 05.07.2014

Schallschutz
2014 erscheint eine neue Auflage des katholischen Gesangbuchs „Gotteslob“. Die letzte Auflage erschien 1975, zufällig dem Geburtsjahr von Albert Coers. Er ist also buchstäblich damit aufgewachsen. Viele der Gesangsbücher tragen den Stempel der jeweiligen Gemeinde als Signatur im Schnitt. Dieses durch seine Herkunft und Geschichte so interessante Material soll nicht „sang-und-klanglos“ verschwinden, wenn es ausgetauscht wird:
Im Projektraum Kurt - Kurt wird eine Verkleidung der Innenwände und des Fensters mit den 40 Jahre lang genutzten Büchern vorgenommen. Spezifisch für diesen Ort im Geburtshaus von Kurt Tucholsky wird eine neutralisierende, mauerartige Struktur mit einer eigenen Ästhetik, die Assoziationen an Dämmmaterial hervorruft, geschaffen. Es entsteht ein Schall-Schutz-Raum aus Gesangsbüchern. Ein Paradox oder eine Antwort auf den „neuen Lärm“ in Moabit?
Das Prinzip der Schichtung greift die einheitliche Größe und Form der Bücher auf und führt den Aspekt der Ablagerung von Zeit vor Augen. Auch die Herkunft des Materials spielt eine Rolle: Die Bücher stammen zum einen aus Berlin, zum anderen, in Anlehnung an die Biographie des Künstlers, auch aus Schwaben und Bayern. Somit spiegeln sich im Material soziale Austauschprozesse und die Wanderungsbewegungen aus Süddeutschland nach Berlin wider, ebenso wie regional unterschiedliche konfessionelle Strukturen.

einladung_kurt-kurt0.jpg
einladung_kurt-kurt0.jpg einladung_kurt-kurt0.jpg einladung_kurt-kurt0.jpg
    nach oben

     

Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit
präsentiert:
Transitional Moabit 2
Mark Le Ruez                                     In Sunset We Fall into Furious Attitudes


Austellung:30.04. - 25.05.2014
Artist Talk & Finissage Sonntag, 25.05.2014

Über das Inseldasein
Ob mit der Kamera, mit dem Zeichenstift oder mit gefundenem Archivmaterial, Mark Le Ruez ist auf der Suche nach Momenten, in denen sich Veränderung und Stabilität treffen. Die stille Bildsprache seiner Landschaftsdarstellungen sowohl aus West-Berlin als auch aus Jersey bietet eine zurückhaltende Sicht, die in ihren Gegenüberstellungen aber die Gewissheit einer Veränderung heraufbeschwört. Seine Zeichnungen und Fotografien vermitteln eine trügerisch ruhige Ästhetik, die bei näherer Betrachtung Spannungen, manchmal sogar Wut auf den im Bild fokussierten Zustand des Isoliertseins, erkennen lassen.
Seit 2011 arbeitet Mark Le Ruez an einer Serie von Bildern mit Fokus auf das Thema Islandness. Ausgehend von seiner Heimat, der Kanalinsel Jersey, untersucht er das Phänomen Insel in einem ganz anderen Kontext in Moabit, das auch eine innerstädtische, überall von Wasser umgebene Insel ist. Das Projekt verbindet zum Einen biographisch-historische Aspekte, des auf Jersey geborenen und als Insulaner aufgewachsenen Künstlers, und zum Anderen seine bisherigen Erfahrungen im ehemaligen “West-Berlin”, wo er heute lebt und arbeitet.

Mit seinem Zyklus In Sunset We Fall into Furious Attitudes greift Mark Le Ruez eine für sein Werk kennzeichnende künstlerische Strategie auf: Das Verbinden von Stabilität - die in gewisser Hinsicht als das Vergangene definiert werden kann - und Veränderung - eine alternierende Position, die durch vergangene Kräfte motiviert wird und die sowohl die Gegenwart, als auch die Zukunft beeinflusst.

Sein Projekt untersucht Reaktionen auf ein “neues” Leben und eine neue Umgebung, wobei die gefundenen urbanen Landschaften den bestehenden und im Kopf des Künstlers gespeicherten Bildern der langjährigen Geschichte als Inselbewohner auf der Insel Jersey gegenübergestellt und verglichen werden.
Die Ausstellung mit Fotografien, Zeichnungen und Texten zeigt einen bildlichen Dialog von Insel zu Insel und lädt die Betrachter ein, sich auf einen weiterführenden Dialog zum Thema Islandness einzulassen.

Die Ausstellung wird nach der Präsentation im Kurt-Kurt weiter entwickelt und im Frühjahr 2015 mit neuen Arbeiten auf Jersey gezeigt.

einladung_kurt-kurt0.jpgeinladung_kurt-kurt0.jpgeinladung_kurt-kurt0.jpg
einladung_kurt-kurt0.jpg einladung_kurt-kurt0.jpg einladung_kurt-kurt0.jpg
    nach oben

     

Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit
präsentiert:
Transitional Moabit 1
Pfelder                                     Das Fremde


Austellung:27.02. - 15.03.2014
Artist Talk/Performance & FinissageSamstag, 15.03.2014

Am I living in a box...
Das Fremde ist eine existentialistische Installation von Pfelder frei nach Albert Camus, der vor kurzem seinen 100sten Geburtstag gefeiert hätte.
Camus trifft Tucholsky. Die Hitze des Südens trifft den Winter in Moabit. Licht trifft Dunkelheit. Sound trifft Stille. Wir sind drinnen und kommen nicht hinein. Wir sehen und hören das Fremde und können es nicht erkennen. Der Raum ist begrenzt. Wir suchen nach Zwischenräumen.
Im Kurt - Kurt, dem Geburtshaus von Kurt Tucholsky, ist ein großer Bretterkubus installiert, um den die Besucher herumgehen, in den sie aber nicht hineingelangen können. Rohe Bretter versperren Blick und Zugang. Es ist heiß im Raum, helles Licht flutet oben aus der Holzkonstruktion. Man hört sommerliches Grillenzirpen und vernimmt plötzlich seltsam unbeholfene Gitarrentöne. Dazu manchmal das Summen einer Frauenstimme.
All dies ist unerreichbar aber spürbar für die Besucher, die versuchen einen Blick auf das Innere durch kleinste Ritzen im Holz zu erhaschen.

einladung_kurt-kurt0.jpgeinladung_kurt-kurt0.jpg
einladung_kurt-kurt0.jpg einladung_kurt-kurt0.jpg einladung_kurt-kurt0.jpg
einladung_kurt-kurt0.jpg    
    nach oben

     

Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit
präsentiert:
Die Geste des Suchens Eine Videoinstallation von Nadin Reschke

mit Materialien aus dem Super 8-Archiv von Johanna Brosien und den Sprecher_innen: Sefacan Alagöz, Fatme Ali Khan, Rascha El-Daoud, Sara El-Hassan, Ciwan Eksik, Celina Kinnigkeit, Rebecca Miriuta, Ana-Maria Stancioiu und Beqir Vrajolli.

Eröffnung: Donnerstag, 28.11.2013 um 19 Uhr
Austellung:29.11. - 07.12.2013
Finissage:Samstag, 07.12.2013 16 - 19 Uhr mit Glühwein und Käseigel
Öffnungszeiten:
Do-Sa 16 - 19 Uhr oder nach Vereinbarung

Die bei Kurt-Kurt erstmals präsentierte Videoarbeit „Die Geste des Suchens“ entstand aus einer Zusammenarbeit der Künstlerin Nadin Reschke mit Johanna Brosien. Gemeinsam mit der 81-jährigen Moabiterin, die in den 80-er Jahren ihr Leben mit einer Super-8 Kamera gefilmt hat, entstand die Idee, dieses private Film-Archiv miteinander durchzugehen. Geleitet wurden die Künstlerin und die Moabiterin dabei von einer offenen Suche ohne konkretes Ziel. Mit dieser Geste des Suchens haben sie das Filmmaterial, das seit über 30 Jahren nicht angeschaut wurde und im untersten Schrankwandfach verstaut war, befragt. Es bot eine Reise in die Vergangenheit: Blicke über die Mauer in den Osten Berlins, ausgelassenes Tanzen bei einer Familienfeier, Ausschnitte einer Weltreise. Bilder, die Ausgangspunkt eines intensiven Dialogs mit der Vergangenheit und der Frage nach einer möglichen Aktualisierung werden sollten. Einzelne Filmfragmente wurden von Nadin Reschke mit mehreren Brechungen neu zusammengesetzt und die tonlosen Filmspuren mit Text versehen, der von jugendlichen Sprecher_innen gelesen wird. Die so entstandene 16-minütige Videoarbeit verschränkt verschiedene Zeitebenen collagenartig ineinander und führt den Dialog zwischen Johanna Brosien und der Künstlerin fort.

Mit freundlicher Unterstützung der Kulturverwaltung des Landes Berlin
einladung_kurt-kurt0.jpg einladung_kurt-kurt0.jpgeinladung_kurt-kurt0.jpg
einladung_kurt-kurt0.jpg einladung_kurt-kurt0.jpg
    nach oben

     

Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit
präsentiert:
Ausstellungsreihe Temporarily Available

1. Hans-Christian Schink (D) Wände
Eröffnung:Freitag, 19.04.2013 um 19 Uhr
Austellung:19.04. - 04.05.2013
Öffnungszeiten:
Do-Sa 16-19 Uhr
Artist Talk:
Samstag, 04.05.2013 um 17 Uhr

2. Monica Bonvicini (I)
Eröffnung:Sonntag, 02.06.2013 um 19 Uhr
Austellung:02.06. - 15.06.2013
Öffnungszeiten:
Do-Sa 16-19 Uhr + Sa/So, 08./09.06., 14-19 Uhr (Ortstermin Moabit)
Artist Talk:
Sonntag, 09.06.2013 um 17 Uhr, Monica Bonvicini und Sabrina van der Ley

3. Katharina Grosse (D) mein schreibtisch, das schneefeld
Eröffnung:Mittwoch, 21.08.2013 um 19 Uhr
Austellung:21.08. - 07.09.2013
Öffnungszeiten:
Do-Sa 16-19 Uhr
Artist Talk:
Samstag, 07.09.2013 um 17 Uhr

 

Ausstellung 1:
Hans-Christian Schink (D) Wände

Auf den Spuren der Zeit
Hans-Christian Schinks fotografische Arbeit zeichnet sich einerseits durch detail versessenes Hinsehen aus, andererseits hält er aber immer einen bewusst reflektierenden Abstand zum jeweiligen Gegenstand seiner Beschäftigung. Er betrachtet mit höchster Aufmerksamkeit die Veränderungen in seinem Lebensumfeld, die sich vor allem in gebauten Strukturen abzeichnen. Seine Fotografien zeigen die Spuren menschlicher Anwesenheit, so gut wie nie aber die Menschen selbst.
Hans-Christian Schink inszeniert in den Räumen von Kurt-Kurt drei großformatige Fotoarbeiten aus seinen Wand-Serien. Indem er seine drei Bilder mit den drei unterschiedlich beschaffenen Ausstellungswänden in drei Räumen konfrontiert, entsteht ein Dialog zwischen Bild und Raum, zwischen Oberfläche und Abbild, aber auch zwischen Zeit und Zeit. So wird der Betrachter in den Fotografien als auch in den Räumen auf die Suche nach den Spuren der Zeit geschickt.
„Es ist ein archäologisches Unterfangen jenseits einer konkreten Zeitlichkeit: So formiert sich ein fotografischer Kommentar zum Gegenwärtigen der westlichen Zivilisation.“ (Aus dem Text „Schauseiten. Reste des Realen“ von Andreas Krase)

einladung_kurt-kurt0.jpgeinladung_kurt-kurt0.jpg
    nach oben
     

Ausstellung 2:
Monica Bonvicini (I)

The Artist Talks
Monica Bonvicini ist für ihre raumgreifenden und zum Teil monumentalen Installationen bekannt, in denen sie sich mit den Strukturen von Macht und Verführung auseinandersetzt. Im Zentrum stehen dabei die Bereiche Architektur und öffentlicher Raum, Berufswelt, Sexualität sowie Politik und Repräsentation, deren enge Verknüpfungen sie offen legt.
Die geschlechtliche Determinierung von spezifischen Räumen, von Berufen und bestimmten Verhaltensmustern steht bei Monica Bonvicini immer wieder im Mittelpunkt.Monica Bonvicini deutet gleichzeitig offensiv-agressiv und konzeptuell subtil auf eine Klassengesellschaft im Kulturbetrieb hin, in der zeitgenössische Kunst zum exklusiven Statussymbol eines ebenso hermetischen wie elitären Zirkels geworden ist. Der Ort der Kunst – die Institutionen und ihre Protagonisten inbegriffen – wird bei Bonvicini zum Thema der Kunst und hier konkret zur Zielscheibe künstlerischer Kritik an den herrschenden Bedingungen des institutionellen Systems.
Für die Ausstellung im Kurt-Kurt präsentiert Monica Bonvicini eine Auswahl von Plakaten, die Artist Talks mit ihr ankündigen. Diese Plakate repräsentieren die einladenden Institutionen (Kunsthochschulen, Akademien, Kunsthallen, Museen usw.). Bonvicini stellt mit ihrem Konzept folgende Fragen zur Diskussion: Wie laden Institutionen Künstlerinnen ein? Wie werden Ankündigungen hierfür visualisiert? Was wird uns durch das Grafik Design über die einladende Institution vermittelt?

    nach oben
   

Ausstellung 3:
Katharina Grosse (D) mein schreibtisch, das schneefeld

Wenn man die Jahresringe noch zählen könnte...
Kommt man dieser Tage oder auch Nächte am Fenster von Kurt-Kurt vorbei, schaut man in ein raumfüllendes farbig leuchtendes Bild von Katharina Grosse, das in den letzten Tagen explizit für die hier vorgefundene Raumsituation und das Konzept von „Temporarily Available“ geschaffen wurde. Farbspuren ziehen sich über riesige Baumstämme, klettern an den Wänden hinauf, so dass unsere Wahrnehmung und unser Blick auf der Suche nach dem Raum und dem Baum und der Farbe hin- und hergerissen ist.
Der tonnenschwere Baum stand in direkter Nachbarschaft des Ateliers von Katharina Grosse in der Lehrter Straße. Als die Kastanie vor kurzem wegen Krankheit gefällt werden musste, entschied sich die Künstlerin, den Baum als guten Nachbarn in die Ausstellung im Kurt-Kurt einzuladen. Wenn man seine Jahresringe noch zählen könnte, würde sich ablesen lassen, dass der Baum im Kurt-Kurt z.B. von den 1950-ger Jahren an der Lehrter Straße in Berlin-Moabit erzählen könnte, vom Niemandsland an der Grenze zum Osten und vom neuen Aufblühen nach der Wende. Auch wenn die Jahresringe unter der Farbe kaum mehr zu lesen sind, liegen sie unter dem Raumbild von Katharina Grosse. Die Kreise schließen sich. Das Bild wird zur Geschichte, der Raum zum Bild. Der Baum speichert das Vergangene. Das Raumbild steht im Hier und Jetzt.

Wenn der Raum zur Malerei wird

Arbeiten von Katharina Grosse bringen die Malerei in die Räumlichkeit. In überbordender Farbigkeit erobert sie nicht nur die dritte Dimension. Alles wird zum Bildträger: Objekte, Wände, Boden, Decken. Dabei oszillieren ihre Bildräume aber auch zwischen Zeit und Raum. Zeit als Raum, in dem sich der Betrachter auf die immer neu komponierte Farbe einlässt und unweigerlich den Spuren und gesetzten Koordinaten der Künstlerin folgt. Und Zeit auch als Medium, das die Malerei hinterfragt und gleichzeitig neu definiert.
„Ich habe keine Vision, ich bin die Vision. Ich grenze mich also nicht von meiner Sicht der Welt bzw. von der Welt da draußen ab. Grenzen nehme ich nicht als Grenzen wahr. In der Malerei gibt es keine Grenzen, ich erfahre keinerlei Widerstand beim Malen. Innen und Außen koexistieren, ohne dass sie sich abgrenzen müssten. Ich erfahre jeden Tag, wie das Bildfeld die Wirklichkeit erzeugt - nicht umgekehrt. Deswegen interpretiere ich Wirklichkeit auch nicht, sondern verstehe sie als eine performative Aktivität, die sich selbst immer wieder neu und anders hervorbringt. Genau aus diesem Grund bin ich Malerin.“ Katharina Grosse

Auftritt

Am 7. September um 17 Uhr wird Katharina Grosse mit dem Musiker Stefan Schneider aus Düsseldorf in ihrer Installation mein schreibtisch, das schneefeld im Kurt-Kurt live auftreten.

    nach oben
   

Zur Projektreihe:
Temporarily Available

Nachbarschaft Artur Żmijewski, der Leiter der letzten Berlin Biennale sagte, die ganze Welt ist unsere Nachbarschaft.
Dieser Art des globalisierten Denkens sind wir tatsächlich längst unterworfen. Erfolgreich stellen Künstler international aus und reisen durch die Welt. London Paris New York Peking Moskau. Überall treten sie als temporäre Gastarbeiter auf und hinterlassen künstlerische Werke in Ausstellungen. Doch wo sind die Menschen hinter diesen Bildern? Wo und wer sind die Künstler?
Das Projekt Temporarily Available setzt bei dieser Fragestellung an. Im Gegenzug zu Żmijewskis Aussage werfen wir unseren Blick auf unsere tatsächliche Nachbarschaft im Berliner Stadtteil Moabit.
Für Temporarily Available werden exemplarisch in drei aufeinander folgenden Ausstellungen die international agierenden Künstlerinnen und Künstler Monica Bonvicini, Katharina Grosse und Hans-Christian Schink präsentiert, die nicht nur so unterschiedliche Bereiche wie Skulptur, Objekt, Malerei, Fotografie und Installation in ihrer künstlerischen Arbeit abdecken, sondern die sich vor allem bewusst in Berlin-Moabit verortet haben. Sie sind hier zu Hause und sie sind unsere Nachbarn.

Blick hinter die Bilder
Ziel der Ausstellungen ist es einerseits, eine Kunstproduktion zu zeigen, die hier in Moabit ihren Ausgangspunkt hat und dann in die Welt ausstrahlt. Andererseits wollen wir einen Blick hinter die „Bilder“ werfen und den Menschen dahinter sichtbar machen. Er wird „temporarily available“.
Im Dialog mit den vor Ort „heimischen“ Künstlern wird über die künstlerischen Strategien hinaus die gemeinsame Alltagswelt hinterfragt und besprochen. Die Intimität und Überschaubarkeit des Projektraumes Kurt-Kurt bietet hierzu einen idealen Rahmen. Diese besondere Situation abseits der großen Institutionen öffnet einem interessierten Kunstpublikum die Möglichkeit, Zugang zu den Werken, aber auch zu den Menschen hinter dem Werk zu bekommen. Im Gegenzug bietet Temporarily Available aber auch den weltweit agierenden Künstlern eine für sie ungewohnte Plattform vor ihrer eigenen Haustür, wo sie ihre Arbeit außerhalb des Arbeitsraumes und dennoch innerhalb ihres ganz alltäglichen Kontextes präsentieren und selbst neu reflektieren können.

Künstlerische Gastarbeit zuhaus?
Ein weiterer zentraler Aspekt von Temporarily Available ist die Betrachtung der zeitgenössischen Figur des Künstlers als einem Pendler zwischen Migration, permanentem künstlerischem Gastarbeiter und der Verortung an einer bewusst gewählten festen Basis. Die Künstler sind es gewohnt, ihre Arbeit an fremden Orten weiterzuführen. Die Arbeit als eingeladener Gast in fremden Umgebungen gehört zu ihrem Beruf. Es ist ihnen bekannt, dass Kunst im Austausch und in der Begegnung mit dem Anderen und Fremden das Eigene in seiner Unverwechselbarkeit wahrnehmbar macht und hervortreten lässt.
Was geschieht nun, wenn die gleiche Kunst im Licht des Vertrauten präsentiert wird? Wie reagiert die Kunst auf den alltäglichen, persönlichen Kontext und wie reagiert die Umgebung auf das hier Geschaffene? Wie lebt und arbeitet der international agierende Künstler lokal?

Rahmen
Mit dem Rahmenprogramm setzen wir der globalen Facebookwelt, die virtuell Austausch, Freundschaft und Begegnung vorgaukelt, die echte Konfrontation und Gegenüberstellung von Künstlern und Betrachtern entgegen. Zu diesem Zweck wird es zu jeder der drei Ausstellungen ein moderiertes Künstlergespräch geben.

Artist Talks:
Hans-Christian Schink mit Simone Zaugg und Pfelder Samstag, 04.05.2013, 17 Uhr
Monica Bonvicini mit Sabrina van der Ley (Direktorin Museum für Gegenwartskunst Oslo) Sonntag, 09.06.2013 um 17 Uhr
Katharina Grosse mit Simone Zaugg und Pfelder Samstag, 07.09.2013 um 17 Uhr

Bei einem Kolloquium in Gesprächen mit Fachleuten werden Kontext- erweiternde Fragen zu Kunst, Migration, Verortung und urbanen Strukturen diskutiert.

Podiumsgespräch am 29.08.2013 um 19 Uhr
mit Mark Terkessidis (beschäftigt sich als Journalist, Autor und Publizist mit Phänomenen gesellschaftlicher Mobilität wie Migration, Rassismus und Popkultur)
Kolja Reichert (Kunstkritiker, Journalist, beschäftigt sich mit Blick- und Ausstellungsverhältnissen)
Pfelder (Künstler und Mitbegründer von Kurt-Kurt)

    nach oben

     

Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit
präsentiert:
Im Reich der Räume – Die Schule als Raum begreifen
Ein Projekt von An Seebach und Simone Zaugg in Kooperation mit der Moabiter Grundschule

Eröffnung:Dienstag, den 29. Januar um 18 Uhr
Austellung:29. Januar – 9. Februar 2013
Öffnungszeiten:
Mi – Sa, 16 - 19 Uhr

Zur Ausstellung
Im grauen Berliner Winter zieht das bunte Modell eines Schulgartens mit Gewächshäusern im Schaufenster von Kurt-Kurt sofort die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich. Richtet man den Blick weiter in den Raum, stößt man auf eine Serie von anscheinend abstrakten Liniengebilden. Die Schülerinnen und Schüler der Moabiter Grundschule haben ihren Wochenplan und ihre zurückgelegten Wege auf den Grundriss der Schule übertragen.
Ein Höhepunkt der Ausstellung sind die großformatigen Malereien, die den Lebensraum Schule in zweidimensionale Bilder übersetzen. Daneben finden die Besucher der Ausstellung dreidimensionale Modell-Variationen der Moabiter Grundschule auf einem über vier Meter langer Tisch. Neben diesen Arbeiten gibt es noch viele andere künstlerische Highlights zu sehen, die während des letzten Semesters in Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern der Moabiter Grundschule entstanden sind.

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Timon Fabinski, Maily Pham, Zeyn Yildirim, Samir Fakhrou, Anél Hoffmann, Vanessa Kozlinska, Ela Zengin, Ramzi Musa, Adam Watono, Kiana Borchert, Lusiana-Graca Lutonadio, Nina Romberg, Kornelia Wieczorkowska, Rebeca Weicht de la Cruz und Irem-Nur Mizmizlioglu.

Zum Projekt
Über den Zeitraum eines Semesters haben die Berliner Künstlerinnen An Seebach und Simone Zaugg mit Moabiter Grundschulkindern der 5. und 6. Klasse gearbeitet, und dabei insbesondere die räumlichen Qualitäten des Schulgebäudes untersucht und künstlerisch transformiert.

Im Dialog mit ihrer unmittelbaren räumlichen Umgebung haben die Schülerinnen und Schüler mit den Mitteln der Zeichnung, der Fotografie, der Malerei, des Modellbaus und der Installation die architektonische Substanz des Schulgebäudes befragt, bearbeitet und als gestalterisches Potential genutzt.

Projektziel war es, die Schulkinder für ihren Schulraum zu sensibilisieren und sie zum aktiven Umgang mit ihm zu ermuntern, indem sie ihn zunächst vielschichtig wahrnehmen, hinterfragen, mit künstlerischen Strategien erforschen und dann eigenständig und individuell neu definieren, um schließlich Visionen von Schulräumen der Zukunft zu entwickeln.

Mit freundlicher Unterstützung durch den Berliner Projektfonds kulturelle Bildung
www.an-seebach.de
www.simonezaugg.net

 
    nach oben

     

Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit
präsentiert:
die Ausstellungsreihe Temporarily Available

Eröffnung:Donnerstag, 25.10.2012 um 19 Uhr
Austellung:26.10 - 10.11.2012
Öffnungszeiten:



Do – Sa, 16 - 19 Uhr
sowie zum Ortstermin Moabit
am 27.10.2012 von 14 - 19 Uhr
und 28.10.2012 von 12-18 Uhr

Tom Früchtel

makeup

Alles reine Farbe (Das Artifizielle im vermeintlich Echten) „Beim ersten Blick fragt man sich, warum der Künstler Tom Früchtl oder die Ausstellungsmacher die Pappschachteln nicht vor der Eröffnung weggeräumt oder einfach in der Lübecker Straße liegen gelassen haben, wo sie sich problemlos ins alltägliche Kiezbild einfügen würden. Beim näheren Hinsehen wird der Betrachter von Neuem überrascht. Der vermeintliche „Müllhaufen“ entpuppt sich als Malerei. Minuziös hat der Künstler Tom Früchtl die einzelnen Kartonschachteln 1:1 übermalt.
Tom Früchtl spielt mit der vordergründigen Wirkung der Dinge, die er durch sein Konzept des Übermalens bricht und dadurch eine Reihe von Fragen auslöst: Wo hört der Gegenstand auf und wo fängt die Malerei an? Geht es hier um Illusion oder Inszenierung? Zeigt uns Tom Früchtl ein Bild oder ein Abbild?
Diese Fragen stehen ebenfalls im Zentrum der zweiten Installation im hinteren Raum. Hier überspannt Tom Früchtl das Irritationsmoment fast noch stärker. Im halbdunklen Raum steht einzig eine Lampe, die ein Stück Wand beleuchtet und der Betrachter fragt sich, wo er hier in dieser banal alltäglichen Situation die künstlerische Arbeit suchen soll. Und genau in diesem Moment der Reflektion, dessen Tragweite sich erst auf den zweiten Blick offenbart, setzt die Kunst von Tom Früchtl an. „Ceci n’est pas une pipe“ (Das ist keine Pfeife) sagte Magritte. Und Tom Früchtls Werk sagt: Das ist kein Licht.
Oder führt uns Tom Früchtl mit seiner Strategie von maximalem künstlerischen Einsatz und minimalem Effekt ganz einfach hinters Licht?

Zusätzlich zu den beiden Malerei Installationen werden in der Ausstellung makeup kleinere Bildformate und der soeben im Kehrer Verlag erschienene Katalog „Not unreal“ von Tom Früchtl präsentiert.

Temporarily Available

Artur Żmijewski, der Leiter der diesjährigen Berlin Biennale sagte, die ganze Welt ist unsere Nachbarschaft.
Dieser Art des globalisierten Denkens sind wir tatsächlich längst unterworfen. Besonders die Künstler. Erfolgreich stellen sie international aus und reisen durch die Welt. London Paris New York Peking Moskau. Überall treten sie als temporäre Gastarbeiter auf und hinterlassen künstlerische Werke in Ausstellungen. Diese Werke können rezipiert werden, doch letztlich sind es „nur“ Bilder und bleiben Oberfläche. Wo sind die Menschen hinter diesen Bildern? Wo und wer sind die Künstler?
Das Projekt Temporarily Available setzt bei dieser Fragestellung an. Im Gegenzug zu Żmijewskis Aussage werfen wir unseren Blick auf unsere tatsächliche Nachbarschaft im Berliner Stadtteil Moabit und stellen fest, dass einige der weltweit erfolgreich agierenden Künstlerinnen und Künstler hier zu Hause sind. Wenn sie denn zwischen den vielen Reisen tatsächlich mal zuhause sind: Temporarily Available.

Das Projekt im Kurt-Kurt ist ein mehrteiliges, in sich geschlossenes Ausstellungsprojekt mit seriellem Charakter. Exemplarisch werden in einer Reihe aufeinander folgender Ausstellungen international agierende Künstlerinnen und Künstler präsentiert, die nicht nur so unterschiedliche Bereiche wie Skulptur, Objekt, Malerei, Fotografie und Installation in ihrer künstlerischen Arbeit abdecken, sondern die sich vor allem bewusst in Berlin-Moabit verortet haben. Sie sind hier zu Hause und sie sind unsere Nachbarn.
Ziel der Ausstellungen ist es einerseits, eine Kunstproduktion zu zeigen, die hier vor Ort ihren Ausgangspunkt hat und dann in die Welt ausstrahlt. Andererseits wollen wir einen Blick hinter die „Bilder“ werfen und den Menschen dahinter sichtbar machen. Er wird „temporarily available“.
Im Dialog mit den vor Ort „heimischen“ Künstlern wird über die künstlerischen Strategien hinaus die gemeinsame Alltagswelt hinterfragt und besprochen. Die Intimität und Überschaubarkeit des in Moabit verorteten und gut vernetzten Projektraumes Kurt-Kurt im Geburtshaus von Kurt Tucholsky bietet hierzu einen idealen Rahmen. Diese besondere Situation abseits der großen Institutionen öffnet einem interessierten Kunstpublikum aber auch der sonst am Kunstdiskurs kaum teilhabenden Nachbarschaft die Möglichkeit, Zugang zu den Werken, aber auch zu den Menschen hinter dem Werk zu bekommen. Im Gegenzug bietet Temporarily Available auch den weltweit agierenden Künstlern eine für sie ungewohnte Plattform vor ihrer eigenen Haustür, wo sie ihre Arbeit außerhalb des Arbeitsraumes und dennoch innerhalb ihres ganz alltäglichen Kontextes präsentieren und selbst neu reflektieren können. usätzlich zu den beiden Malerei Installationen werden in der Ausstellung makeup kleinere Bildformate und der soeben im Kehrer Verlag erschienene Katalog „Not unreal“ von Tom Früchtl präsentiert.

Ein weiterer zentraler Aspekt von Temporarily Available ist die Betrachtung der zeitgenössischen Figur des Künstlers als einem Pendler zwischen Migration, permanentem künstlerischem Gastarbeiter und der Verortung an einer bewusst gewählten festen Basis. Alle eingeladenen Künstlerinnen und Künstler sind zugezogene „Neuberliner“, haben also sozusagen Migrationshintergrund. Wie die meisten ihrer Nachbarn in Moabit eben auch. Die Künstler sind es gewohnt, ihre Arbeit an fremden Orten weiterzuführen. Die Arbeit als eingeladener Gast in fremden Umgebungen gehört zu ihrem Beruf. Es ist ihnen bekannt, dass Kunst im Austausch und in der Begegnung mit dem Anderen und Fremden das Eigene in seiner Unverwechselbarkeit wahrnehmbar macht und hervortreten lässt.
Was geschieht nun, wenn die gleiche Kunst im Licht des Vertrauten präsentiert wird? Wie reagiert die Kunst auf den alltäglichen und somit naheliegenden Kontext und wie reagiert die Umgebung auf das hier Geschaffene? Wie lebt und arbeitet der international agierende Künstler lokal?

einladung_kurt-kurt0.jpg einladung_kurt-kurt0.jpg einladung_kurt-kurt0.jpg einladung_kurt-kurt0.jpg
    nach oben

     
Kurt-Kurt Projekte für den öffentlichen Raum
Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit
Das Internationale Moabit Festival

Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit
präsentiert:
Short & Intense 2011 Internationale Künstlerinnen in Moabit
Heather Allen, GB
Heike Baranowsky, D
Mona Hatoum, LIB
Karin Sander, D

Eröffnung: 3.11.2011 um 19 Uhr
Austellung: 3.11 - 26.11.2011
Öffnungszeiten: Do - Sa, 16 - 19 Uhr
Finissage + Artist Talk: 26.11.2011, 16 - 19 Uhr
Artist Talk: um 17 Uhr mit Heather Allen, Heike Baranowsky und Karin Sander

Short & Intense 2011 Internationale Künstlerinnen in Moabit

Das zweite Short & Intense Programm im Kurt-Kurt, kuratiert von Simone Zaugg und Pfelder, präsentiert vier internationale Künstlerinnen im Kontext von Moabit: Heather Allen, Heike Baranowsky, Mona Hatoum und Karin Sander. Anhand ausgewählter Arbeiten wird dem Publikum Einblick in das Schaffen von vier Künstlerinnen gegeben, die alle in Moabit arbeiten und leben und ganz unterschiedliche Aktionsradien, Biographien, Arbeitsstrategien und künstlerische Ausdrucksformen mitbringen.

Heather Allen präsentierte skulpturale Arbeiten und liess dutzende ihrer ca. 15 cm großen Figuren als fremde Bewohner das Lager von Kurt-Kurt bevölkern. Heike Baranowsky zeigte Auszüge aus ihrem umfangreichen filmischen Werk. Ihr Video Blown in the Wind aus der Serie American Skies inszeniert ein ephemeres Naturphänomen mit subtilen Manipulationen im Videobild. Ihre Video-Raum-Installation ergründet unser Verhältnis zum Medium Video. Mona Hatoums Objekte haben immer einen sehr konkreten Realitätsbezug und verweisen spielerisch subversiv auf politische Gegebenheiten. Im Kurt-Kurt stellte sie drei Arbeiten aus, die ihre kritische Haltung und die hintergründige Vielschichtigkeit ihres Schaffens demonstrieren. Karin Sander schickt ihre Mailed Paintings auf Reisen. Die Spuren der Postbeförderung bilden sich direkt auf den Leinwänden ab. Angekommen im Kunstraum wird das Abbild der Reisespuren zum Bild.

Das Ausstellungsprojekt Short & Intense | Internationale Künstlerinnen in Moabit steht im Spannungsfeld von Kunst, Künstler und urbanem Kontext. Ziel ist es, eine dialogische Annäherung und Diskussion über das Medium Kunst zu initiieren, die über den kunstspezifischen Diskurs hinausgeht und zurückführt in die gelebte Wirklichkeit des Ortes, zu den Menschen des Stadtteils und zu den individuellen Künstlerpersönlichkeiten und ihren Geschichten.

Kurt-Kurt Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit

Kurt-Kurt | Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit ist ein Kunstprojekt, das sich explizit mit dem Stadtraum Moabit auseinandersetzt und sich bewusst hier verortet. Ziel ist es sowohl den Blick auf die Details vor Ort zu schärfen, wie auch den Blick nach Außen zu öffnen und Moabit in einem größeren Kontext wahrzunehmen. Die Interventionen und Präsentationen des Projekts Kurt-Kurt sind immer auch Ort für Begegnungen und Kommunikation zwischen Stadtraum und Kunstort, zwischen Modell und Realität, zwischen ansässiger Bevölkerung und überregionalen Gästen, zwischen Produzent und Konsument. Kurt-Kurt ist eine Schnittstelle für lokale und globale Erfahrungen, für Diskussionen, für Begegnungen und für neue Netzwerke. Die Projektzentrale befindet sich im Geburtshaus von Kurt Tucholsky. Dies bedeutet für uns zugleich Ansporn und Herausforderung, in Erinnerung an den Dichter Kurt Tucholsky den kritisch-konstruktiven Blick auf die Gegenwart zu schärfen und unsere Lebensrealität mit künstlerischen Strategien zu konfrontieren.

kurt-kurt-aussen
    nach oben

     

Part 6  9. - 11. Dez 2010 Bertram Weisshaar (D)
Ausstellung: 10./ 11.12.10 von 17 bis 19 Uhr

Die sechste Ausstellung des Short & Intense Festivals im Kurt-Kurt präsentiert den Künstler und Promenadologen Bertram Weisshaar
www.atelier-latent.de

Durch die Straßen Moabits

Der Spaziergangsforscher und Fotograf Bertram Weisshaar gestaltet seit 1995 zahlreiche öffentliche Spaziergangsinszenierungen und Interventionen im öffentlichen Raum. Mit seinem Spaziergang in Moabit führt er in ein überraschendes Patchwork vorhandener Alltagswelt ein. Dabei bringt er die ansonsten nur als isolierte Einheiten wahrgenommenen Stadtzonen, Verkehrsinfrastrukturen und Siedlungsfragmente in einen Zusammenhang. Er entwickelt eine differenzierte, wie auch poetische Leseart für diese Stadtstruktur und Stadtteilkultur, die so nie geplant und beabsichtigt war und daher gemeinhin als Ganzes nicht gesehen wird. Bertram Weisshaar lädt Sie ein, mit ihm am Samstag, 11.12.2010 um 17 Uhr durch die winterlichen Straßen Moabits zu spazieren.

Am Donnerstag, 9.12.2010 um 19 Uhr, wird die Ausstellung "Die Suche nach dem Taschentuchbaum" bei Kurt-Kurt eröffnet. Zu sehen ist das "Herbarium Vagans Weisshaarii", welches während einer vierwöchigen Fußreise durch zahlreiche Kleingartenanlagen von Leipzig nach Köln im Jahre 2004 von Bertram Weisshaar gesammelt wurde. Der Spaziergangsforscher begab sich damals auf eine Wanderung durch die Kleingarten-siedlungen Deutschlands. Diese ca. 500 km lange "Expedition in den Alltag" lenkt den Blick auf das Kleingartenwesen. Die Reise begann im Gartenverein "Dr. Schreber", auf dessen Gelände Deutschlands einziges Kleingärtnermuseum zu finden ist, und endete in dem Kleingartenverein "Sonnenhang" in Köln.
Die Forschungsreise untersuchte die heutige Pflanzenverwendung in Kleingärten, bzw. im Privatgrün. Es finden sich z.B. oft auch "Exoten" aus entfernten Kontinenten. Deren einstiger herausragender Wert wird mit deren heutigen Verfügbarkeit und Verwendung in Beziehung gesetzt. Die „Expedition“ wurde so zu einer „Jagd“ nach exotischen Pflanzen und weckt bewusst Assoziationen zu der fabelreichen Figur der „Plant Hunter“ (Pflanzenjäger, Pflanzensammler), durch welche diese Pflanzen in früheren Jahrhunderten nach Europa gebracht wurden.

Der Spaziergang durch Moabit mit Bertram Weisshaar findet am Samstag, dem 11.12.2010 um 17 Uhr statt. Start ist in der Kurt-Kurt Projektzentrale. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Anschließend gibt es im Kurt-Kurt Glühwein und Gebäck.
Wir bitten Sie, sich kurz per e-mail unter info@kurt-kurt.de anzumelden, wenn Sie teilnehmen möchten. Spaziert wird bei jedem Wetter.
   
    nach oben

     

Part 5  2. - 4. Dez 2010 Karen Scheper (D)
Ausstellung: 3./ 4.12.10 von 17 bis 19 Uhr

Die fünfte Ausstellung des Short & Intense Festivals im Kurt-Kurt präsentiert die Künstlerin Karen Scheper .
www.karenscheper.de

Schwarz-weiß

Karen Schepers künstlerische Arbeit verknüpft Zeichnung mit zum Teil raumgreifenden Installationen. Ihre Referenzen aus der Science Fiction Literatur, aus kunstphilosophischen Diskursen oder Klassikern des Horror Films verdichtet sie, und verbindet visuelle und kognitive Erzählstrategien zu homogenen Bild-Text-Objekt Komplexen. Die Beschäftigung mit der „Verbesserung“ der menschlichen Natur und die Erweiterung des Mensch-Begriffes in utopischen Fiktionen, aber auch Massenszenen aus Filmen dienen als Grundlage für ihre comicartigen schwarz-weißen Assemblagen.
Im vorderen Raum von Kurt-Kurt installiert Karen Scheper die Arbeit how to build a universe that may fall apart at any time [II]. Die frei hängenden Text- und Zeichenkörper der mind bubbles inszenieren die Auflösung räumlicher, zeitlicher und individueller Grenzen. Diese Gedankenauswüchse nehmen die Erweiterung der „Human Performance“ ins Visier - sei es die Identitätsstrukturierung von künstlichen Intelligenzen der Science Fiction Literatur, die Beschreibung bionischer Roboterarme oder die Vision, das denkende Bewusstsein vom leiblichen Körper trennen zu können.
Im hinteren Raum wird black crowds / zombie walks präsentiert. Die Reihe der black crowds isoliert Massenszenen aus Filmen. Das Aktionspersonal mutiert in der Bearbeitung zur reinen Zeichen-Masse. In der Schwarzzeichnung erscheinen die Figuren als Silhouetten mit zahlreichen Umrissüberschneidungen wie Klumpen schwarzen Protoplasmas: eine sich blind bewegende Masse mit leib-haften Ausbildungen. Das Figurensetting verbindet sich zu einem kompakten Zusammenschluss energetischen Volumens und bildet damit ein filmisches Aktionspotential im Stillstand nach.
Die gezeigten Motive stammen aus George A. Romeros „Day of the Dead“ und „Land of the Dead“, Klassikern des Horrorfilms. Die Aufmärsche von Vampiren, Körperfressern und Zombies repräsentieren den gesichtslosen Feind der geschlossenen „Normalität“: die Revoltierenden, die Verarmten, die Entrechteten. Sie vermehren sich über Ansteckung und lassen sich somit mit Erregern vergleichen – den Viren.

 

    nach oben

     

Part 4  25. - 27. Nov 2010  Via Lewandowsky (D)
Ausstellung: 26./ 27.11.10 von 17 bis 19 Uhr

Die vierte Ausstellung des Short & Intense Festivals im Kurt-Kurt präsentiert den Künstler Via Lewandowsky www.vialewandowsky.de
/> Zum Festival ist soeben ein Artikel von Claudia Wahjudi im Tagesspiegel erschienen:  www.tagesspiegel.de/kultur/augenblick-mal/3087748.html

Doch doch. Eine grün leuchtende LED-Schrift strahlt in der dunklen Winterzeit aus den Kurt-Kurt Projekträumen und bringt Licht und etwas grün in die baumlose Lübecker Straße. Das am meisten benutzte englische Wort „okay“ ist treffend für Ort und Zeit und ist die wörtliche Bedeutung der leuchtenden Buchstaben. Wir jedoch können die Leuchtschrift nicht lesen. Via Lewandowsky schreibt seinen Kommentar nicht in lateinischen Lettern. Er benutzt für sein Statement Zeichen aus dem Voynich-Manuskript, das vermutlich im 15. Jahrhundert in Norditalien geschrieben wurde. In dieser unbekannten und bisher nicht entzifferten Schrift und Sprache sind nur einzelne Zeichen entkodiert, wie z.B. die Buchstaben O, K, A und Y. Die künstlerische Strategie, das Alltäglichste in anderer Form zu präsentieren, und so den Betrachter mit kleinen, aber umso irritierenderen Verschiebungen zwischen Wirklichkeit und Inszenierung zu konfrontieren, wohnt vielen der Arbeiten von Via Lewandowsky inne. Wer sich auf das Spiel von verschiedensten ironischen Bedeutungsebenen über Sprachbilder bis hin zu produktiven Missverständnissen einlässt, wird mitgenommen auf Expeditionen durch die Gedankenwelten des Künstlers. Für die Installation Vergiss dich (2005) hat Via Lewandowsky eine Liege mit eingebauter Chi-Massage-Maschine zur Hörstation umgestaltet. Die akustische Dimension dieser Massage-Liege - ein „Rat“ des Künstlers in Form eines Gedichtes mit der Anfangs- und Endzeile „Vergiss dich“ - erfährt der Besucher erst, wenn er sich in die Horizontale begibt und seine Füße in die vorgesehenen Ausformungen legt. Aus dem hintersten Raum von Kurt-Kurt ist ein Räuspern zu hören. Zu sehen ist hier nur ein verlassener Stuhl, an dessen Lehne einsam und unbeachtet ein Megaphon hängt. Dieses Gerät, das zum Verstärken von Aufforderungen, Befehlen und Signalen benutzt wird und nur selten gute Nachrichten übermittelt, scheint sich hier von allen Worten mit einer Phonetik jenseits der Sprache zu reinigen. Die Geräusche, die es von sich gibt, dienen nicht zum Wiederherstellen einer abhanden gekommenen Aufmerksamkeit, sondern sind viel mehr Ausdruck von Fassungslosigkeit und Sprachlosigkeit. Via Lewandowsky, der seit langen Jahren am Rande der Insel Moabit lebt und von hier aus immer wieder ausschwärmt auf seine weltweiten künstlerischen Expeditionen, aber auch immer wieder hierher zurückkehrt, nimmt uns in seiner Präsentation mit auf einen Weg von der Deutung zur Bedeutung, vom Raum zum Bild und vom Bild zur Sprache.
    nach oben

     

Part 3  18. - 20. Nov 201010  Goran Tomcic (KRO/USA)
Ausstellung: 19./ 20.11.10 von 17 bis 19 Uhr

Die dritte Ausstellung des Short & Intense Festivals im Kurt-Kurt präsentiert den Künstler Goran Tomcic    www.arttakesmiami.com

Lose Something Every Day

Die drei neuen im Kurt-Kurt ausgestellten Installationen YOU CAN ALWAYS LOSE A LITTLE MORE, LOSE SOMETHING EVERY DAY und HEART SPILL von Goran Tomcic kreisen alle um das Thema Verlust. Wie viel verliert man jeden Tag? Etwas. Oder etwas mehr. Der Künstler arbeitet mit holographischen Folien, Plexiglas und Holz. Die Arbeiten oszillieren zwischen ihrer äußeren, glimmernden und glitzernden Erscheinung und ihren hinterfragenden und emotional aufgeladenen Botschaften. Manchmal fällt es leichter den existentiellen Fragen und Inhalten auszuweichen und sich zuerst auf die Glitzerästhetik einzulassen. Doch Goran Tomcic benutzt den vordergründigen Kitsch ganz bewusst. Er will damit die kritische Seite seiner installativen Werke nicht entschärfen, sondern sieht den Glanz und Glamour viel mehr als produktiven Kontrast.
Die Installation HEART SPILL – eine Schatzkiste mit unendlich vielen goldenen, glitzernden Plastikherzen – bewegt sich auf der Grenze zwischen Quantität und Qualität. Ein paar hundert glitzernde Herzen wären Kitsch. Eine Million davon überfordert unsere Sensibilität für Kitsch und konfrontiert uns mit einer unfassbaren Menge. Zauber oder Abgrund? Kitsch oder Katastrophe? Goran Tomcic formuliert es so: „Ich erzeuge ein spirituelles Klima durch Dekoration.“
„Abstoßung und Anziehung. Glamour und Morbidität. Schein und Sein. Oberfläche und Tiefe. Es funkelt so verwirrend und illusionistisch aus Goran Tomcics Universum, dass es auf den ersten Blick schwierig erscheint, bei dessen Deutung nicht zu stolpern, geblendet von den zahlreichen Lichtbrechungen, die den Raum erfüllen wie eine rotierende Diskokugel.“ (aus dem Text „Im Inneren der Diskokugel“ von Susanne Altmann)

Der Künstler wird seine Arbeit in einem Künstlergespräch am Samstag, dem 20. November ab 17 Uhr vorstellen.

LOSE SOMETHING EVERY DAY YOU CAN ALWAYS LOSE A LITTLE MORE
YOU CAN ALWAYS LOSE A LITTLE MORE

 

LOSE SOMETHING EVERY DAYHEART SPILL
HEART SPILL
    nach oben

     

Part 2   11. - 13. Nov 2010  Dogan Dogan (TUR/D)
Ausstellung: 12./ 13.11.10 von 17 bis 19 Uhr

Die zweite Ausstellung des Short & Intense Festivals im Kurt-Kurt präsentiert den Künstler Dogan Dogan   www.dogandogan.net

Dogan Dogans Installation DER BEVÖLKERUNG DEUTSCHLANDS, die neu und explizit für das Short & Intense Festival im Kurt-Kurt entwickelt wurde, setzt sich mit den hochaktuellen und brisanten Themen Migration und Integration in Deutschland auseinander. Genau genommen beschäftigt sich der in Berlin-Moabit lebende Künstler Dogan Dogan mit seiner eigenen Biografie und damit, was neue Heimat und Identität bedeuten. Dogan Dogan wurde 1967 als Kurde in der Türkei geboren. Als er die Grundschule besuchte, wurde er als Türkischer Staatsangehöriger registriert. Später studierte er in Deutschland und besitzt seit 1998 die Deutsche Staatsangehörigkeit. Man könnte seine Installation als ironischen Kommentar auf die derzeitige Debatte über Migration und die politische Kampagne "Integration" lesen. Bei genauerer Betrachtung entpuppt sie sich bald aber als weitaus komplexer. Ausgehend von der Inschrift „Dem Deutschen Volke“ am Reichstagsgebäude in Berlin und Hans Haackes Arbeit „Der Bevölkerung“, stellt Dogan Dogan sozusagen als Betroffener eine neue Variante zur Diskussion: DER BEVÖLKERUNG DEUTSCHLANDS. Dogan Dogan, der als Dogan Özdogan bei Hermann Nitsch und Simon Starling an der Städelschule in Frankfurt am Main und bei Hans Haacke in New York studiert hat, geht es in seiner Installation um mehr als um die bekannten Schlagwörter. Mit seinem künstlerischen Statement transferiert er die verbale und von den Medien gesteuerte Auseinandersetzung auf eine persönliche Ebene, wo jede und jeder seine eigene Situation und die Befindlichkeiten im Alltag einer multikulturellen Gesellschaft hinterfragen, prüfen und vergleichen kann.

Der Bevölkerung Deutschlands
Der Bevölkerung Deutschlands Der Bevölkerung Deutschlands Der Bevölkerung Deutschlands
Der Bevölkerung Deutschlands Der Bevölkerung Deutschlands  
    nach oben

     

Part 1   4. - 6. Nov 2010   Veronika Witte (D)
Ausstellung: 5./ 6.10.10 von 17 bis 19 Uhr

Die erste Ausstellung des Short & Intense Festivals im Kurt-Kurt präsentiert die Künstlerin Veronika Witte (www.veronikawitte.de)

Seit etwa zehn Jahren beschäftigt sich Veronika Witte in ihrem künstlerischen Schaffen mit den Auswirkungen der Biowissenschaften auf die Konstruktion von Identität in unserer Gesellschaft. Zwei Arbeiten zu dieser Thematik stehen im Zentrum ihrer Präsentation im Kurt-Kurt:

Die Installation „Wenn ich ‚ich’ sage, lüge ich“ und eine Skulptur in Kombination mit Zeichnungen aus der Serie „Liquid Identities“.

So unterschiedlich beide Werke in ihrer Ausformung sind, lassen sie sich doch grundsätzlich auf dieselbe inhaltliche Fragestellung zurückführen. Ursprünglich von der Bildhauerei kommend, porträtiert Veronika Witte Menschen, indem sie mit Fragebögen und Interviews deren Selbstbild hinterfragt, auswertet und mit skulpturalen und performativen Elementen verknüpft. Immer steht die Frage im Zentrum, wie sich das menschliche Individuum definieren lässt. Veronika Witte arbeitet so an einem erweiterten Porträtbegriff, den sie multidisziplinär verfolgt und dabei Schnittstellen und Grenzbereiche zwischen Kunst, Theater und Wissenschaft auslotet.

Bei „Wenn ich ‚ich’ sage, lüge ich“ 2004/8 erscheinen in einem abgedunkelten Raum auf LED-Laufschriften fließende Wortfragmente. „Ich bin mir sicher“ ist eines dieser Statements, die allesamt das Thema der Selbstvergewisserung behandeln. Gleichzeitig wirft eine motorbetriebene Spiegelkugel eine scheinbar unendliche Folge von vier Buchstaben auf Boden, Wände, Gegenstände und Menschen. Der solcherart in den Raum projizierte Text ist eine Sequenz des menschlichen genetischen Codes. Jeder der 4500 Einzelspiegel auf der Kugel trägt einen Buchstaben aus der Folge der genetischen Basenpaare A, C, T und G. Durch das weiße Licht werden die Buchstaben zurück in den Raum gespiegelt und legen sich wie ein fließender, flüchtiger immaterieller und kryptischer Text über den Raum.

Die zweite aktuelle Arbeit, die Veronika Witte ausstellt, ist teil der Skulpturengruppe „Liquid Identities“, 2010 und erscheint zunächst wie eine klassische Skulptur. Ein deformierter Körper aus hochglänzendem Chrom trägt partiell die Züge einzelner menschlicher Körperteile. Der vorgestellte Körper ist aber weder das direkte Abbild eines existierenden Wesens noch entspringt er der Phantasie der Künstlerin. Vielmehr stellt er das Ergebnis eines komplexen Umfrageprozesses dar, bei dem der von Ausstellungsbesuchern gezeichnete eigene utopische Körperentwurf durch ein Morphingverfahren mit anderen Körpern digital gekreuzt und schließlich in den dreidimensionalen Raum zurück übertragen wird.

Die Künstlerin wird ihre Arbeiten und ihren Arbeitsansatz in einem Künstlergespräch zur Eröffnung am 4. November ab ca. 19.30 Uhr vorstellen.

Liquid Identities

Liquid Identities
Liquid Identities

Wenn ich 'ich' sage, lüge ich
Wenn ich 'ich' sage, lüge ich
    nach oben

     
Kurt-Kurt Projekte für den öffentlichen Raum
Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit

Short & Intense Festival
Das Internationale Moabit Festival

Preview zum Kunstherbst 30. Sept - 2. Okt 2010
Emmanuelle Castellan (F) und Stéphane Pichard (F)

Austellung: 30. September – 3. Oktober 2010
Stadtatmosphäre

Die Auftaktausstellung des Short & Intense Festivals im Kurt-Kurt präsentiert die Künstler Emmanuelle Castellan (Toulouse) und Stéphane Pichard (Paris) des deutsch-französischen Austauschprojekts “Ecotone” zwischen dem Kunstverein Tiergarten Berlin und der Maison d’Art Georges Pompidou in Cajarc. „Ecotone“ findet im Rahmen der langfristigen Kooperation „thermostat“ zwischen 14 deutschen Kunstvereinen und 14 französischen Centres d’Art statt, die maßgeblich von der Kulturstiftung des Bundes, dem französischen Kultusministerium und der Robert-Bosch-Stiftung gefördert wird
www.project-thermostat.eu.

Als Artists-in-Residence des Kunstvereins Tiergarten waren Emmanuelle Castellan und Stéphane Pichard fünf Wochen zu Gast in Berlin und haben die Stadt, die Kunstszene und Moabit kennengelernt. Im Kurt-Kurt stellen sie ihre Arbeit und ihre unterschiedlichen Strategien im Umgang mit ihren Impressionen des Moabiter Alltags vor.

Emmanuelle Castellan ist Malerin und setzt sich in Bildern und Installationen mit der Wahrnehmung von Landschaft und urbanem Raum auseinander. Ihre farbigen Zeichnungen und Malereien sind subtile Momentaufnahmen, die in der Wahrnehmung des Betrachters wie flüchtige Erinnerung erscheinen. www.emmanuellecastellan.com

Stéphane Pichard arbeitet vorwiegend mit Video, Fotografie und Zeichnung. Seine Arbeiten sind minimalistische Momentaufnahmen charakteristischer Alltagsszenen. http://stepp.free.fr

  nach oben

   
Kurt-Kurt Projekte für den öffentlichen Raum
Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit

Journeys With No Return
Migration und zeitgenössische Kunst

Austellung: 12. – 20. Juni 2010
Infos: www.journeyswithnoreturn.com
www.kurt-kurt.de
english version
Stadtatmosphäre

Journeys With No Return

Künstler/innen: Kiran Kaur Brar, Ergin Cavusoğlu, Adam Chodzko, Jürgen Eisenacher, Margareta Kern, Melanie Manchot, Olaf Nicolai, Denizhan Özer, Maya Schweizer, Zineb Sedira, Nasan Tur, Clemens von Wedemeyer.

Kuratoren: Levent Calikoğlu, Peter Cross und Alice Sharp in Zusammenarbeit mit Simone Zaugg und Pfelder und in Assoziation mit dem Kunstverein Tiergarten. Ausstellungs-Koordinator: Denizhan Özer

Journeys With No Return ist eine Wanderausstellung, die in Istanbul, London und Berlin gezeigt wird. Inspiriert von dem Gedichtband Journeys with no Return des berühmten türkischen Schriftstellers und Politikers Nazim Hikmet, erkundet dieses Projekt den Einfluss türkischer Migration auf zeitgenössische Kunst und im weiteren Rahmen die Auswirkungen der globalen Migration.

Journeys With No Return basiert auf Kommunikation und Diskussion. Das Projekt schließt stipendiengestützte Künstler-Aufenthalte und Symposien in allen drei Städten ein und hat in jeder Stadt eine andere Form. Die Berliner Ausstellung, durchgeführt in Zusammenarbeit mit dem von Künstlern geleiteten Ausstellungsraum Kurt-Kurt, richtet sich sowohl an das internationale Publikum der 6. Berlin-Biennale, als auch an das lokale Publikum von Moabit, einem Berliner Bezirk mit einem großen Anteil von Zugewanderten aus vielen verschiedenen Ländern.

Während des Wiederaufbaus Nord-Westeuropas in der Nachkriegszeit ließ der Arbeitskräftemangel die Regierungen ungelernte Arbeiter aus den ehemaligen Kolonien sowie aus Regionen Südeuropas und von jenseits der europäischen Grenzen rekrutieren. Diese Einwanderer ermöglichten den Wirtschaftsboom der Nachkriegsjahre und die neue Konsumkultur in Westeuropa. Und viele dieser Gastarbeiter blieben dauerhaft. Doch in den letzten 15 Jahren hat eine neue Form der Migration die ältere, geplante Bewegung der Arbeitskräfte zwischen Nord und Süd ersetzt. Globalisierung, Krieg, Klimawandel und die immer größer werdende Kluft zwischen reichen und armen Nationen haben Migration von unvorstellbarem Ausmaß in allen Teilen der Welt erzeugt. Im Jahr 2008 beteiligten sich schätzungsweise 217 Millionen Menschen an der weltweiten Migration. Viele werden nie an den Ort ihrer Herkunft zurückkehren.

Die meisten der 15 Künstlerinnen und Künstler von Journeys With No Return haben Migrations-Hintergrund. Sie arbeiten mit verschiedensten Medien: Film, Video, Fotografie, Installation und Zeichnung. Ihre Arbeit basiert auf poetischen, menschlichen Gefühlen und realen Erfahrungen. Sie äußern sich mit Methoden der Kommunikation, die den Mainstream und populäre kulturelle Formen widerspiegeln.

Specials:

Artist Talks: Die Kuratoren von Journeys With No Return werden am Samstag, dem 12. Juni um 14 Uhr mit Margareta Kern und Melanie Manchot, und Samstag, dem 19. Juni um 16 Uhr mit Denizhan Özer über die Ausstellung und ihre Themen referieren. Am 19. Juni wird die Präsentation auch in türkischer Sprache erfolgen.

Filmvorführung: Am Samstag, dem 12. Juni, werden für eine ganze Nacht Videoarbeiten von Künstlern der Ausstellung in der Luxus Bar, Belforter Straße, Prenzlauer Berg, vorgeführt werden.

Ein Katalog in deutscher, englischer und türkischer Sprache ist im Kurt-Kurt Projektraum erhältlich.

Unterstützt von: Akbank Sanat, Arcola Theatre London, Arts Council of England, The British Council, The European Cultural Forum, Goethe-Institut, IFA, International Curators Forum, Aktive Stadtzentren Turmstraße.

www.kurt-kurt.de

KurtKurt Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit
Lübecker Str. 13 10559 Berlin
Telefon: 030 39746942
Website: www.kurt-kurt.de

  nach oben

   
Der Bevölkerung Deutschlands
nach oben

Journeys With No Return

Artists: Kiran Kaur Brar, Ergin Cavusoğlu, Adam Chodzko, Jürgen Eisenacher, Margareta Kern, Melanie Manchot, Olaf Nicolai, Denizhan Özer, Maya Schweizer, Zineb Sedira, Nasan Tur, Clemens von Wedemeyer.

Curators: Peter Cross and Alice Sharp in collaboration with Simone Zaugg and Pfelder.
Exhibition Coordinator: Denizhan Özer

Journeys With No Return is a travelling exhibition that will be shown in Istanbul, London and Berlin. Inspired by the book of poems Journeys With No Return by the famous Turkish writer and political figure Nazim Hikmet, this project explores the influence of Turkish migration to contemporary art and in the wider context of global migration.

Journeys With No Return is based on communication and discussion. The project includes artist’s residencies and symposia in all three cities and the exhibition has a different form in each city. The Berlin exhibition, organized in cooperation with the artist-run exhibition space Kurt-Kurt, is aimed both at the international audience of the 6th Berlin Biennale, and the local audience of Moabit, a Berlin district with a large population of immigrants from different countries.

During the reconstruction of North-West Europe in the post war period, labour shortages led governments to recruit unskilled workers from former colonies as well as from parts of Southern Europe and beyond Europe's borders. These immigrants enabled the economic boom of the post war years and helped to create the new consumer culture in Western Europe. And many stayed. But in the last 15 years a new form of migration has replaced the older, planned movement of labour between North and South. Globalization, war, climate change and the growing gap between rich and poor nations have created migration on an unimaginable scale all over the world. In 2008, an estimated 217 million people were involved in global migration. Many will never return to their place of origin.

Most of the 15 artists from Journeys With No Return come from a migration background. They work with a variety of media: film, video, photography, installation and drawing. Their work is based on poetic, human feelings and real experiences. They reach out with methods of communication that reflect the mainstream and popular cultural forms.

Specials:

Artist's Talks: The artists and curators of Journeys With No Return will, talk about the exhibition and its themes on Saturday the 12th at 2pm, and Saturday, 19th June at 4pm. On 19 June there will be the presentation in Turkish.

Film Screening: On Saturday, the 12th June an all night screening of video works by artists from the exhibition will be presented at the Luxus Bar, Belforter Straße, Prenzlauer Berg.

A Catalogue in German, English and Turkish languages will be available in the Kurt-Kurt project space.

Supported by: Akbank Sanat, Arcola Theatre London, Arts Council of England, The British Council, The European Cultural Forum, Goethe-Institut, IFA, International Curators Forum, Aktive Stadtzentren Turmstraße.

www.kurt-kurt.de

KurtKurt Kunst und Kontext im Stadtlabor Moabit
Lübecker Str. 13 10559 Berlin
Telefon: 030 39746942
Website: www.kurt-kurt.de

nach oben

Stadtatmosphäre
Bauhaus-Universität Weimar zu Gast bei Kurt-Kurt Präsentation der Klasse von Prof. Wolfgang Christ | Entwerfen und Städtebau 1
Ausstellung: 6. – 15. Mai 2010

Stadtatmosphäre

Was uns an Städten fasziniert, ist ihre Atmosphäre. Aber was macht diese jeweils besondere Stimmung konkret aus? Und ist Stadtatmosphäre planbar? Wenn ja, wie könnte dies dann aussehen?

Um Fragen wie diese geht es bei einem Entwurfsprojekt an der Bauhaus-Universität Weimar, dessen Ergebnisse nun ab 6. Mai im Projektraum Kurt-Kurt zu besichtigen sind: Studierende der Fakultät Architektur unter der Leitung von Prof. Wolfgang Christ haben die Lübecker Straße in Moabit auf ihre atmosphärischen Qualitäten hin untersucht und diese unspektakuläre Quartiersstraße ganz bewusst mit einer Stadt verglichen, deren Name allein schon mannigfache Assoziationen weckt: Venedig.

Die Berliner Fotografin  Sabine Wild steuert ihre Interpretation Moabiter Straßenstimmung bei und zeigt zwei  großformatige Straßenportraits.

Infos unter:
Bauhaus-Universität Weimar
Professur Entwerfen und Städtebau I
Bauhausstr. 7b
99423 Weimar

Tel.: 049(0)3643-582601
Fax:  049(0)3643-58142601
Mail: staedtebau1@archit.uni-weimar.de
einladung_kurt-kurt0.jpgWenn ich 'ich' sage, lüge ich
Wenn ich 'ich' sage, lüge ich
    nach oben