Kurt-Kurt

Kunst und Kontext im Stadtlabor Berlin-Moabit

präsentiert die Ausstellung und das Werk-Buch

Simone Zaugg – Thoughts to Go

Ausstellung: 2. April – 7. Mai 2022
Öffnungszeiten: Samstag, 16 – 19 Uhr und nach Vereinbarung
Am Ostersamstag bleibt die Ausstellung geschlossen.

Special Talk: Mittwoch, 27. April 2022, 19 Uhr
Simone Zaugg und Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland

Finissage / Artist Talk: Samstag, 7. Mai 2022, 16 – 19 Uhr

  

Gedanken zum Mitnehmen

Backgrounds, Hintergründe, die als solche erst ihre Bedeutung bekommen, weil sie in Relation mit dem Vordergrund gelesen und gesehen werden. Im Zeitalter der digitalen Bilderflut und der virtuellen Entmaterialisierung setzt sich Simone Zaugg mit den Beziehungen zwischen Mensch, Körper und Raum auseinander. Auch in der Fotoserie Backgrounds geht sie dieser Wechselwirkung zwischen Mensch und Raum und der Wirkung oder eher noch dem Einfluss des persönlichen sowie des bildlichen Hintergrunds auf das Individuum nach: kulturell, gesellschaftlich, politisch aber auch kompositorisch, formal und ästhetisch. Simone Zauggs Bilder pendeln zwischen einfügen und ausbrechen, zwischen bestimmen und sich entziehen, zwischen interagieren und konterkarieren, zwischen nach vorne treten und durch die Tür verschwinden.
Der zweite Teil der Ausstellung wird von der Thematik des Kohlebergbaus bestimmt. Ein Thema das seit dem Angriff Putins auf die Ukraine eine neue Dimension erhalten hat. Für die Videoarbeit Minenspiel hat Simone Zaugg 2018 ein Jahr lang das letzte, tiefste und nördlichste Kohlebergwerk Deutschland mit seinen Kumpels und seinem sozialen Umfeld bis zu seinem Ende begleitet. Minenspiel ist ein künstlerisches Filmdokument, das das Publikum in die Tiefe und in die Welt der Minenarbeiter schauen, aber auch ins Freie denken lässt. Im Kontext der neuesten politischen Entwicklungen in Deutschland und in Europa werden schon getroffene Entscheidungen mit einem anderen Blick neu bewertet. Das Stilllegen des Steinkohleabbaus in Ibbenbüren bekommt aus dieser Perspektive eine andere Bedeutung, da doch das Kohlekraftwerk direkt neben der nun geschlossenen Mine immer noch in Funktion ist und mit großer Wahrscheinlichkeit gestern, heute und hoffentlich nur noch „morgen“ die Kohle aus Russland und China verbrennt. Diese Diskrepanz zwischen dem historischen Moment der Schließung des Kohlebergwerks in Ibbenbüren und dem damit verbundenen Verschwinden einer ganzen Berufsgruppe und der Realität, in der wir weiterhin auf umweltschädliche Energieformen z.B. aus Kohlekraftwerken angewiesen sind, thematisiert die vierzehnteilige Plakatreihe Coal. Where does the future go?, die im Zusammenspiel von Bild und Text die unterschiedlichen Ebenen der Klima- und Energiediskussion poetisch apostrophiert, hinterfragt und thematisiert.
Im Schaufenster und im mittleren Raum wird die Publikation „Simone Zaugg – Thoughts to Go“, eine Monografie mit Podcasts präsentiert. Sie gibt einen Überblick über die Vielfalt der kontext- und situationsbezogenen installativen und interdisziplinären Arbeiten von Simone Zaugg (1968) sowie einen Einblick in die künstlerischen Prozesse und Strategien, die ihrem Schaffen zugrunde liegen. Das Medium Buch fasst als analoger Ort die temporären und ephemeren Arbeiten zusammen und stellt über QR-Codes eine Verknüpfung zu digitalen Podcasts her. In den Audiobeiträgen geht die Künstlerin zusammen mit Expert*innen aus Kunst, Politik und Wissenschaft der Frage nach, was Kunst heute zu gesellschaftlich relevanten Diskussionen beitragen kann.

Das Werk-Buch Simone Zaugg – Thoughts to Go ist während der Ausstellung im Projektraum Kurt-Kurt zum Subskriptionspreis von 30.- € erhältlich.

Simone Zaugg – Thoughts to Go
Hardcover mit Texten von Deborah Keller, Bernard Vienat und Simone Zaugg, 5 Podcasts und Soundprojekten
17 x 24 cm, 224 Seiten, 178 farbige Abbildungen, Sprachen: Deutsch und Englisch, Gestaltung: Judith Zaugg
erschienen im Kerber Verlag, ISBN: 978-3-7356-0773-7

www.simonezaugg.net | mobil 0171 272 3223


 

Kontakt

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Ein Projekt von Simone Zaugg und Pfelder im Geburtshaus von Kurt Tucholsky
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