Kunst und Kontext im Stadtlabor Berlin-Moabit

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Heather Allen:
Here to there and back – again (2022)

Ausstellung

Eröffnung: Donnerstag, 9. Juni 2022, ab 18 Uhr
9. Juni – 9. Juli 2022, jeweils Fr, Sa 16–19 Uhr u.n.V.
Finnisage mit Artist Talk: Samstag, 9. Juli 2022, 16–19 Uhr

Here to there and back – again

Die Skulpturen von Heather Allen wachsen aus dem Boden. Ihre Bilder fließen von den Wänden. Der Blick in die Ausstellung Here to there and back – again durch das große Schaufenster in den ersten Raum nimmt uns mit auf eine Reise und erzählt von der Schwerkraft, spielt mit der Linie, der Farbe und wird zum Körper. Im mittleren Raum hallen die dreidimensionalen Figuren in den Malereien und Zeichnungen nach. Der hintere Raum führt uns weit zurück zu feinen, zarten, aber auch kraftvollen und großen Gesten.

Heather Allen selbst sagt zu ihren Werken: „Nach fast fünfzig Jahren künstlerischer Arbeit ist mir zunehmend klar geworden, dass ich wieder zu wichtigen Anfangspunkten zurückgekommen bin, aber diese nun aus anderen Blickwinkeln betrachte und mit anderen Materialien und Medien bearbeite. Meine Arbeit hat sich also eher wie eine Spirale entwickelt und ist nicht einer geraden Linie gefolgt.

Ich war sechs Jahre alt, als ich entschieden habe, Künstlerin zu werden. Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich dies meiner Grundschullehrerin im Kunstunterricht erzählte und danach meine ehrgeizige Entscheidung nie mehr änderte. Meine erste künstlerische Leidenschaft galt der menschlichen Figur. Als Kind zeichnete ich Strichmännchen auf jede verfügbare freie Fläche, auf Zeitungen und sogar auf Cornflakes-Schachteln. Ich fühlte mich oft wie eine „Beobachterin“; ich schaute, wie sich die Menschen bewegen, gestikulieren, sich benehmen – und das tue ich immer noch. Es sind alles Zeichen dafür, wie Menschen denken, fühlen und tun was, sie tun. So finde ich zumindest teilweise eine Antwort auf das Warum.

An der Universität in den siebziger Jahren war Abstraktion „in“. Ich begann mehr und mehr abstrakte Arbeiten zu fertigen, anfänglich basierend auf der menschlichen Figur, die ich aber schließlich hinter mir ließ, um an den implizierten Erweiterungen und der Bewegung von Objekten im Raum zu arbeiten. Dieses Pendeln zwischen nicht figürlichen und figürlichem Arbeiten (und wieder zurück) ist evident für mein ganzes Werk.

Wenn ich zurückschaue, was ich alles geschaffen habe an Figuren, Formen und Objekten, geht es immer um Veränderung, Bewegung, Einnehmen und Wechseln von Perspektiven und darum, einen Weg vorwärts durch die Herausforderungen des Lebens zu finden.“

Heather Allen’s sculptures grow out of the ground. Her paintings flow from the walls. The view of the exhibition Here to there and back – again through the large shop window into the first room takes us on a journey and tells of gravity, plays with line and colour, and becomes the body. In the middle room, the three-dimensional figures echo in the paintings and drawings. The back room takes us far back to fine, delicate, but also powerful and large gestures.

Heather Allen says about her works: “After nearly five decades of producing artworks, it’s become increasingly clear to me that I’ve been going back to a particular starting point, albeit from different perspectives and using different materials and media. My work has thus developed in more of a spiral than a straight line.

I was six years old when I decided to become an artist. I can still remember telling that to my primary school teacher in drawing class, and my ambition never changed. My first artistic passion was the human figure, and, as a child, I drew stick figures in every available space on newspapers and cornflakes packets. I often felt like a ‘watcher’; I observed how people move, gesticulate, express themselves – and I still do. They are all signs of how people are thinking, feeling, doing what they do, and there I find at least a partial answer as to why.

At university in the ‘70s, abstraction was the thing. So I started making more abstract work, initially based on the figure but eventually left it behind to work on the implied extensions and movements of objects in space. This switch between non-figurative and figurative (and back again) is evident in my whole body of work.

When I look back at what I’ve produced, whether from the human body or shapes and forms, it has always been about change, movement, understanding and shifting one’s perspective, finding a way forward through life’s challenges.”

Heather Allen, 2022